Ratgeber Datensicherheit · 6 Min. Lesezeit ·

Backup ist nicht gleich Sicherheit: 5 Fehler, die im Ernstfall teuer werden

Fast jedes Unternehmen hat ein Backup. Nur die wenigsten haben eines, das im Ernstfall auch funktioniert. Worauf es wirklich ankommt.

„Wir haben doch ein Backup.“ Dieser Satz fällt in fast jedem Erstgespräch. Und fast immer stellt sich heraus: Das Backup läuft, aber niemand hat je geprüft, ob sich daraus tatsächlich etwas wiederherstellen lässt. Genau hier trennt sich Sicherheit von reiner Beruhigung.

1. Das Backup wurde nie getestet

Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Wette. Erst der Ernstfall zeigt, ob die Daten vollständig, konsistent und lesbar sind, und dann ist es zu spät. Regelmäßige Wiederherstellungstests gehören zu jedem ernsthaften Konzept.

2. Alle Kopien liegen am selben Ort

Brand, Diebstahl, Ransomware: Wenn Original und Sicherung im selben Netzwerk oder Gebäude liegen, trifft ein Vorfall beides. Die bewährte 3-2-1-Regel (drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus) sollte deshalb der Mindeststandard sein.

Ein Backup ist erst dann ein Backup, wenn Sie es erfolgreich zurückgespielt haben.

3. Niemand ist verantwortlich

„Das macht die IT“ heißt noch nicht, dass jemand wirklich zuständig ist. Ohne eine klar benannte Person, die den Backup-Status überwacht und Fehler eskaliert, bemerkt niemand den stillen Ausfall, bis die Daten gebraucht werden.

4. Ransomware wird mitgesichert

Moderne Angriffe verschlüsseln gezielt auch erreichbare Backups. Unveränderliche (immutable) Sicherungen und getrennte Zugangswege sorgen dafür, dass Ihnen im Angriffsfall eine saubere Kopie bleibt.

5. Wiederanlaufzeit ist unbekannt

Selbst mit funktionierendem Backup zählt im Ernstfall jede Stunde. Wie lange dauert die vollständige Wiederherstellung Ihres wichtigsten Systems? Wer das nicht beziffern kann, plant nicht, er hofft.

Wenn Sie prüfen wollen, wie belastbar Ihr Konzept ist, brauchen Sie dafür drei Angaben: das Sicherungsziel, die Aufbewahrungsdauer und das Datum des letzten dokumentierten Rückspieltests. Fehlt eine davon, ist das bereits das Ergebnis.

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Paul Berz
Paul Berz
Geschäftsführer bei Berz Systems. Schreibt über IT-Betreuung, Netzwerk und Datensicherheit für kleine Unternehmen.